LebensMittelPunkte im ländlichen Raum

Was sind LebensMittelPunkte?

In LebensMittelPunkten werden regionale, hochwertige und fair gehandelte Nahrungsmittel vermarktet, gelagert, verarbeitet und gemeinsam gegessen. Sie bringen Menschen die bunte Vielfalt an Ressourcen in ihrer unmittelbaren Umgebung näher, sind aber zugleich auch Treffpunkte für die Menschen eines Dorfes oder einer Region, um gemeinsam zu kochen, zu essen, voneinander zu lernen und sich auszutauschen.

LebensMittelPunkte in Brandenburg im Aufbau

Der Ernährungsrat Havelland hat gemeinsam mit dem Verein Wusterwerk und der evangelischen Kirchengemeinde in Wustermark einen Regionalmarkt, den WusterMARKT organisiert. Unter dem Motto „Der Markt für Gutes aus der Region“ hat der Markt einerseits gezeigt, welche nachhaltig produzierten Lebensmittel das Umland zu bieten hat. Andererseits war der Markt ein Treffpunkt für die Nachbarschaft und Anziehungspunkt für Menschen der Region. Durch die Ergänzung des Lebensmittelangebots mit lokalem Kunsthandwerk, einem Essensangebot vor Ort und einem Rahmenprogramm mit Musik und Aktiväten für Kinder und Erwachsene bot der Markt attraktive Angebote für verschiedene Zielgruppen.

Der WusterMARKT fand bisher zweimal statt, am 30. April 2022 und am 17. September 2022. Nach diesen zwei Regionalmärkten soll nun weitergedacht werden: Wie kann in Wustermark ein regelmäßiger Begegnungsort mit regionalen, ökologischen Lebensmitteln im Sinne eines LebensMittelPunkts entstehen? Wie könnte ein solcher Ort aussehen? Braucht Wustermark einen Regionalladen, einen Mitgliederladen, eine Food Coop? Am 8.12.2022 findet ein Planungstreffen statt, um sich diesen Fragen zu nähern.

Der Ernährungsrat Spreewald kooperiert mit der LÜBBENAUBRÜCKE, um z.B. bei Stadtteilfesten und anderen öffentlichen Veranstaltungen insbesondere im GLEIS 3 Kulturzentrum in Lübbenau/Spreewald ein regionales, vegetarisches Essensangebot zu integrieren. Dafür wurde mit Schülerinnen und Schülern als auch mit ehrenamtlichen Helfern*innen ein Essenstand entwickelt und umgesetzt. Mit diesem Stand wurden verschiedene Veranstaltungen bespielt, u.a.: der Tag des offenen Ateliers, das Polka BEATS Festival (26.-29. Mai 2022), das Bahnhofsviertelfest (04. Juni 2022), das Lindenfest der LÜBBENAUBRÜCKE und das Herbstfest (22.Oktober 2022). Saisonales Obst und Gemüse wird aus regionalen Betrieben beschafft und teilweise auch aus eigenen Gärten mitgebracht. Der Kuchenbasar zum Lindenfest z.B. mit einer großen Auswahl an selbstgebackenem Kuchen, die die Familien der Jugendlichen beisteuerten, war ein besonders großer Erfolg und spielte einen beachtlichen Erlös in die Abi-Kasse ein. Aber auch frisch gebackenen Waffeln erfreuen sich besonderer Beliebtheit und werden gern mit selbst bereitetem Quitten-oder Apfelmus angeboten. Eine nahegelegene Streuobstwiese lieferte Äpfel, Pflaumen und Birnen, die zum großen Teil in der Spreewälder Saftpresse direkt zu Saft verarbeitet wurden und nun das Getränkeangebot mit Lübbenauer Bio-Saft ergänzt. Beim Adventbasteln am 24. Und 25. November wird erstmals, statt Glühwein aus dem Supermarkt, heißer Apfel-Quitten-Punsch aus eigener Produktion gereicht!

Die Streuobstwiese, die als Ersatzpflanzung im Rahmen der Stadtentwicklung vor vielen Jahren angelegt wurde, wird aktuell als Gemeinschaftsgarten weiterentwickelt. Die benachbarte Schule wird einen Teilbereich als Schulgarten bewirtschaften. Geerntete Kräuter und Blumen sollen in der Schülerküche verarbeitet und Produkte z.B. bei Schulfesten angeboten werden. Im Rahmen des Projektes KulturENERGIE Lübbenau/Spreewald wurden mit Unterstützung den AWO Spreewaldwerkstätten u.a. Hochbeete, ein Weidendom und ein wunderschönes Insektenhotel errichtet.

Enge Kooperation besteht außerdem mit der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur, die in Workshops den historischen Blick auf die Essgewohnheiten der Spreewälder reichtet. Bekanntlich hält gutes Essen Leib und Seele zusammen, aber Essgewohnheiten ändern sich und manchmal auch nicht zum Guten: In einem ungewöhnlichen Kochkurs, der am 1. November von 10-13 Uhr stattfindet, erfahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene, wie ihre Spreewälder Vorfahren aus regionalem Gemüse und Obst, mit einfachen Zutaten schmackhafte Speisen bereiteten und so auch manche Hungerstrecke überwinden konnten oder große Feste ausrichteten. In vorangegangenen Workshops in den Ferien diesen Jahres erlernten Mädchen und Jungen wie man z.B. Brennnessel- und Kürbissuppe oder Kartoffelstampf zubereitet. Wie Zutaten und andere Begriffe auf Sorbisch heißen, erlernen die Kinder während des Schnippelns und Rührens „ganz nebenbei“.

Das vegetarische Angebot bei Veranstaltungen am GLEIS 3 wird seit diesem Jahr von der Suppeninsel Lübbenau ergänzt, denn die Befriedigung kulinarischer Bedürfnisse der vielen hungrigen und auch neugierigen Gäste kann ein einzelner Stand nicht leisten. Den Besuchern des GLEIS 3, z.B. zu Tagungen, werden entweder von den Cateringfrauen der LÜBBENAUBRÜCKE oder der Suppeninsel ausschließlich vegetarische Gerichte gereicht. Pellkartoffeln mit Quark und Spreewälder Leinöl oder eine Kichererbsensuppe stehen ganz oben auf der Speisenkarte!

Zukünftig soll der Kontakt zu Schulen zum Thema Regionalität und Nachhaltigkeit konzentriert und der Blick darauf fokussiert werden. Das Angebot "Juniorköche" unter Anleitung professioneller Köche aus der Region als außerschulisches  Bildungsangebot soll regelmäßig stattfinden. Auch Kochkurse für Erwachsene könnten perspektivisch ins Programm aufgenommen werden. Die Logistik des GLEIS 3 bietet alles Notwendige, um den Standort mehr und mehr als LebensMittelPunkt zum Leuchten zu bringen. Aktive Beteiligung der Lübbenauer ist ausdrücklich erwünscht!

Der Ernährungsrat Ostbrandenburg will die Essensversorgung in der Bildungseinrichtung Schloss Trebnitz und dem Dorfladen Trebnitz im Sinne des LebensMittelPunkt nachhaltig und nachhaltig zu reorganiseren. Dazu fand gemeinsam mit Gemeinschaftsküchen-Beraterin Franziska Schwitalla-de Jonge ein Workshop (28. Juni 2022) und weitere Beratungsgespräche statt. Schwerpunkt ist es, die Essensversorgung in der Bildungseinrichtung durch die Anpassung von Prozessen auf bio-regional umzustellen, ohne dass es zu Mehrkosten kommt. Parallel findet im angeschlossenen Dorfladen ein regelmäßiger Mittagstisch statt, über den auch die Dorfbevölkerung für regionales, vegetarisches Essen begeistert wird.

Regionale Konzepte: Es gibt diverse Ansätze an verschiedenen Orten

In Berlin sind inzwischen 15 LebensMittelPunkte erfolgreich im Aufbau. Im Wesentlichen orientieren sich diese an drei Säulen:

DEPOT: Lebensmittel zusammen beschaffen und verteilen
KÜCHE: Lebensmittel zusammen verarbeiten und verspeisen
KIEZ: Zusammen für den Kiez! Begegnung und Engagement für alle

Hier gibt es mehr Infos zu LebensMittelPunkten in Berlin.

Im Freiburger Netzwerk orientiert man sich am Grundsatz „Gutes Essen für Alle“ und diesen vier Leitzielen:

Förderung lokaler und solidarischer Ökonomie
Ökologische Nachhaltigkeit
Soziale Nachhaltigkeit
Partizipation

Hier gibt es mehr Infos zu LebensMittelPunkten in Freiburg

Unsere Projekte

Um den Aufbau von LebensMittelPunkten im ländlichen Raum voranzubringen und das städtische Konzept der LebensMittelPunkte fit zu machen für den ländlichen Raum, haben wir mehrere Projekte durchgeführt.

LebensMittelPunkte bewegen die Ernährungswende – regional und bundesweit (2022-2024)

Mit dem Projekt werden in Ostbrandenburg, dem Havelland und dem Spreewald die entstandenen LebensMittelPunkte verstetigt und weiterentwickelt. Dabei sollen vor Ort sollen verbindliche Strukturen und regionale Netzwerke aus Politik & Verwaltung, regionaler Wirtschaft und Zivilgesellschaft entstehen. Über den Aufbau eines bundesweiten Netzwerks von LMP-Initiativen aus ganz Deutschland soll ein Austausch über erfolgreiche Initiativen und Strategien die Arbeit in den Regionen unterstützen und einen Wissenspool generieren.

Ansprechperson

Simone Zeil

s.zeil@stadt-land.move.org
Mehr über Simone

Gefördert von:

Dieses Projekt wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesminis-terium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

Baupläne für LebensMittelPunkte (2021/22)

Mit dem Projekt haben wir das städtische Konzept der LebensMittelPunkte für den ländlichen Raum nutzbar gemacht. Mit den Ernährungsräten und LebensMittelPunkt-Initiativen im Osten Brandenburgs, im Spreewald, im Havelland, in Ostprignitz-Ruppin sowie in Berlin und Oberfranken wurden aktivierende Gesprächs- und Begegnungsformate durchgeführt, um Austausch und Vernetzung zu fördern. Durch die lokale Verortung und die Expertise aus den Regionen wurden konkrete regionalen Besonderheiten, Potentiale und Anknüpfungspunkte für die Umsetzung identifiziert.

Am Projekt beteiligt sind:

die regionalen Ernährungsräte Havelland, Spreewald, Ostbrandenburg und Prignitz-Ruppin
der Berliner Enährungsrat mit dem baumhaus e.V.
der Bundesverband der Regionalbewegung
der Ernährungsrat Oberfranken

Pressemitteilung zum Projektstart:

[26.07.21] Projekt zur Potentialanalyse von LebensMittelPunkten im ländlichen Raum startet

Ansprechperson

Simone Zeil

s.zeil@stadt-land.move.org
Mehr über Simone

Gefördert von:

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesminis-terium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

LebensMittelPunkte in Brandenburg voranbringen! (2021)

In diesem Projekt wurden Informationen über die Entwicklung und den Aufbau von LebensMittelPunkten vermittelt sowie ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch der regionalen Ernährungsräte ermöglicht. 

In verschiedenen Regionen Brandenburgs wurden Akteur*innen der lokalen Wertschöpfungsketten sowie Vertreter*innen aus kommunaler Verwaltung und Politik in die Entwicklung von LebensMittelPunkten eingebunden.

Was sind LebensMittelPunkte? Weitere Informationen hier.

Ansprechpersonen

Marc Schreiber & Rahel Volz

info@ernaehrungsrat-brandenburg.de
Mehr über Marc
Mehr über Rahel

Gefördert von: